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Neuerscheinungen und Backlist

Irene Scherer, Welf Schröter (Hg.)

Latenz

Journal für Philosophie und Gesellschaft, Arbeit und Technik, Kunst und Kultur

Wer ist das Volk? Die Vermessung der Demokratie — Spannungen im zivilgesellschaftlichen Bewusstsein

Mit Beiträgen von Étienne Balibar, Reinhard Bütikofer, Ulrike Guérot, Yves Sintomer, Mathias Richter, Luca di Blasi, Irene Scherer, Welf Schröter, Andrea Gabler, Harald Wolf, Arno Münster, Mohamed Turki, Hans-Ernst Böttcher, Ágnes Heller, Gianni Vattimo, Claus-Artur Scheier, Matthias Mayer, Elat Lapidot, Beat Dietschy, Sigmund Pfender, Inka Thunecke, Ulrich Müller-Schöll, Yannic Bellino und Martin Speer


Redaktion der "Latenz": PD Dr. Dr. Matthias Mayer, Dr. Mathias Richter, Inka Thunecke, Irene Scherer, Welf Schröter

1|2016, 276 Seiten, 34,00 €
ISBN 978-3-89376-170-8

Es wird anders. Die Welt befindet sich im Umbruch. Neue Technologien, neue Lebensweisen, neue Erfahrungswelten, aber auch neue Konfliktformationen. Die Zukunft ist offen. Aber sie ist nicht zufällig. Sie wird bedingt durch die ungleichzeitigen Dynamiken der Vergangenheit und die Ansprüche und Forderungen einer vielschichtigen Gegenwart. Der Philosoph Ernst Bloch sprach einst von der Front des historischen Prozesses, an der sich eine „objektiv-reale Möglichkeit“ ablesen lassen müsse: „Dann eben, wenn Front den vordersten Abschnitt jener Zeit darstellt, in der es so wie bisher nicht weitergehen kann, und worin der nachfolgende Zustand, im Sprung stehend, auf der Kippe stehend, entschieden wird oder nicht. An unserem Jetztsein aber, es klärend, sein Gesicht aufschlagend, hat die Front sich letzthin zu bewähren“.





Mathias Richter, Inka Thunecke (Hg.)

Paradies now

André Gorz – Utopie als Lebensentwurf und Gesellschaftskritik

Mit Beiträgen von Otto Kallscheuer, Claus Leggewie, Arno Münster, Pierre L. Ibisch, Klaus Dörre, Adrienne Goehler, Wolfgang Schroeder, Andreas Poltermann, Welf Schröter, Mathias Richter, Inka Thunecke und André Gorz

sammlung kritisches wissen Band 70
2016, 200 Seiten, br., 29,00 €
ISBN 978-3-89376-157-9

Die Zeiträume zwischen den ökonomischen Krisen werden kürzer, die ökologischen Bedrohungen nehmen zu, die Rhythmen der technologischen Innovationszyklen beschleunigen sich. Der Kapitalismus verändert sich in einem rasanten Tempo. Wohin geht die Reise? Wohin könnte sie gehen? Ist die Richtung vorgegeben oder birgt das vorhandene technologische, organisatorische und soziale Potenzial Alternativen?

Im Jahr 2007 starb der französische Sozialphilosoph André Gorz. So konsequent wie wohl kaum ein anderer Gesellschaftstheoretiker der Nachkriegsgeneration war Gorz auf der Suche nach den ökonomischen Voraussetzungen einer besseren Gesellschaft. Ganz in der Tradition von Marx verstand er Gesellschaftsanalyse und Gesellschaftskritik als Vorbedingung, um sich die historischen Möglichkeiten einer sozialen Welt zu erschließen, in der die Beziehungen der Menschen frei von kapitalistischen Verwertungszwängen und Subjektivierungsimperativen zu denken wären. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen ökonomischen Krisen, ökologischen Bedrohungen und technologischen Herausforderungen ist das Denken von André Gorz aktueller denn je. Das Anliegen des vorliegenden Bandes ist es, mit dem theoretischen Rüstzeug von André Gorz im Gepäck den Versuch zu unternehmen, zur Diskussion dieser großen Fragen ein paar kritische Ansätze und vorsichtige Hinweise beizusteuern.





Helmut Fahrenbach


Philosophie - Politik - Sozialismus
Ein prekäres Verhältnis in Deutschland

sammlung kritisches wissen Band 73
2016, 488 Seiten, br., 39,00 €
ISBN 978-3-89376-158-6

„In diesem Buch geht es nicht um eine detaillierte und umfassende Geschichte der politischen Philosophie oder der Beziehungen zwischen Philosophie, Politik und Sozialismus im 20. Jahrhundert sondern um die Vergegenwärtigung und Reflexion der Stellung der Philosophie in und zu den politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen dieses Jahrhunderts. An solchen Wendepunkten der Geschichte zeigt sich auch am ehesten, ob und wie die Philosophie dem Anspruch, ihre Zeit in Gedanken zu fassen (Hegel) gerecht geworden ist.“ (Helmut Fahrenbach)

Inhalt: I. Die Weimarer Zeit als (philosophische und politische) Schlüsselepoche des 20. Jahrhunderts: Philosophie, Zeitanalyse und Politik | Spengler, Heidegger, Bloch | Jaspers, Löwith, Marcuse. II. Nach dem Nationalsozialismus: Neuanfang der Philosophie (1945‒50) | Philosophie und Politik nach der Erfahrung des Nationalsozialismus | Zeitanalyse, Politik und Philosophie der Vernunft (K. Jaspers) | Befreiung als praktisches Problem der Freiheit | Praxis als widerständiges Problem kritischer Theorie. III. Nach dem totalitären „Sozialismus“ (Kommunismus): Zusammenbruch des totalitären „Sozialismus“ | Blochs Philosophie des Sozialismus (im Zwielicht) | Marcuses kritische Theorie und Sozialismuskonzeption | Marxismus und Existentialismus (Lukács, Bloch, Sartre, Marcuse) | Demokratie und Sozialismus als Prinzipien kritischer Gesellschaftstheorie und politischer Philosophie. IV. Ziele und Grundlagen einer Philosophie humaner Politik: Kommunikative Vernunft als weltpolitisch und interkulturell notwendige Denkform | Die ethische Dimension im Sinn des „Weltethos“ | Die Sinnintention: kommunikativ praktische Vernunft in weltbürgerlicher Absicht und humanistisch-sozialistischer Perspektive.





Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.)

"Endlich unsrer Kraft zu trauen und ein schönres Leben aufzubauen"
Hoffnungen, Sehnsüchte und politische Vorstellungen zum Mai 1945

Mit Beiträgen von Frank Bsirske, Alfred Grosser, Jost Hermand, Christoph Jünke, Grażyna Barbara Szewczyk, Jacqueline Roussety, Heiner Wittmann, Stuart Parkes, Regine Möbius, Zbigniew Feliszewski, Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam.

sammlung kritisches wissen Band 77
2016, 272 Seiten, br., 29,00 €
ISBN 978-3-89376-166-1

Die ersten Jahre nach Kriegsende waren in allen europäischen Ländern eine schwierige Zeit, die aber auch erfüllt war mit Hoffnungen, Sehnsüchten und politischen Vorstellungen für eine bessere Zukunft. Würde es mit oder auch trotz des Einflusses der Besatzungsmächte zu einem Neuanfang und einer Entwicklung kommen können, die die Ursachen und Folgen von Faschismus und Krieg beseitigen würde? Wie sollte eine effektvolle ‚Entnazifizierung‘ verwirklicht werden? Wie konnte die ökonomische und soziale Situation der Bevölkerung auf- und ausgebaut werden. Welche politischen und gewerkschaftlichen Zukunftsentwürfe für eine humane, demokratische und sozialistische Gesellschaft wurden formuliert und in den verschiedenen Besatzungszonen ins Werk gesetzt. Welche Bedeutung und welchen Einfluss hatte der zunehmende Ost-West-Gegensatz? Was bedeutete das Wiedererstarken des Antikommunismus unter der Regierung Adenauer? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich die anderen Beiträge dieses Bandes unter Bezug auf politische, kulturhistorische und mentalitätsgeschichtliche Aspekte.





Irene Scherer, Welf Schröter (Hg.):

Etwas, das in die Phantasie greift

Briefe Karola Blochs an Siegfried Unseld und Jürgen Teller

Mit Beiträgen von Karola Bloch, Jürgen Jahn, Gordana Škorić, Claudia Lenz, Irene Scherer, Welf Schröter.

2015, 396 Seiten, ISBN 978-3-89376-156-2 


„Etwas, das in die Phantasie greift.“ – So lautet der Titel einer besonderen Neuerscheinung, die in wenigen Tagen auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wird. Die knapp 400 Seiten umfassende Edition von Briefen an den Suhrkamp Verleger Siegfried Unseld und den DDR-Oppositionellen Jürgen Teller zeigt vor allem die bislang völlig unterschätzte Rolle und Bedeutung Karola Blochs für die Veröffentlichung des Gesamtwerkes von Ernst Bloch in den sechziger und siebziger Jahren.
„Etwas, das in die Phantasie greift.“ So lautet ein Schlüsselsatz von Karola Bloch. In ihm wirkt die damalige politische Aufbruchstimmung der bundesrepublikanischen Gesellschaft bis heute nach. Der Wunsch nach Veränderung fordert die „Anstrengung des Begriffs“, die Auseinandersetzung mit Philosophie und Politik, die Beschäftigung mit Theorie und Praxis. Die erhoffte Umwälzung der Verhältnisse, die Emanzipation des Individuums, neue Lebensformen – all dies verlangt tätige Phantasie, konkrete Utopie. Die Briefwechsel zwischen bedeutenden Personen jener Zeit können einen Zugang in das Denken, in Konflikte und Stimmungen jener Tage eröffnen. Der nachfolgend wiedergegebene Briefwechsel will solche Einsichten ermöglichen. Dabei stehen die Akteure Karola Bloch, Siegfried Unseld, Jürgen Teller und Ernst Bloch im Vordergrund. Diese Briefe sind Spuren angestoßener und vollendeter Arbeit, von unabgegoltener praktischer Hoffnung und der Sehnsucht nach einem sich befreienden Subjekt.
Mit dieser Edition von Briefen Karola Blochs an den Verleger Siegfried Unseld und den Philosophen Jürgen Teller, einem Schüler ihres Mannes Ernst Bloch, lassen sich die besonderen Lebensleistungen der Architektin, Polin, Jüdin, Sozialistin und fleißige Briefeschreiberin Karola Bloch würdigen. Es sind Briefe aus ihrer Tübinger Zeit, nachdem Ernst und Karola Bloch aus politischer Überzeugung die DDR 1961 verlassen hatten. Die Briefe an Siegfried Unseld – vorwiegend aus den sechziger und siebziger Jahren (1960–1990) – spiegeln die damaligen politischen Kontroversen und insbesondere die Geschichte der Entstehung des Blochschen Gesamtwerkes. Die Briefe an den von der StaSi verfolgten Jürgen Teller schreibt Karola Bloch in den achtziger Jahren (1982–1989), im letzten Jahrzehnt der DDR, bevor die dort anwachsende Bürgerbewegung die Mauer von innen einstürzen lässt. 

 

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.)Â

„Das Denken der Zukunft muß Kriege unmöglich machen"

Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft  


2015, 296 Seiten,29,00€, ISBN 978-3-89376-164-7 

„Bei aller Notwendigkeit, jeden Krieg für sich und unter seinen spezifischen Bedingungen zu erfassen, fehlte und fehlt so oft bei den Publikationen das Denken im Kontext und historischen Verlauf. Kriege haben seit Jahrhunderten unermessliches Leid über die Menschheit gebracht. Hinter vorgeblich hehren Zielen wurden sie fast immer wegen politisch-strategischer und wirtschaftlicher Interessen geführt. [...] Für viele Schriftsteller und Künstler war insbesondere der 1. Weltkrieg ein traumatisches Erlebnis, das eine existentielle Bedeutung für das eigene Leben, aber auch das künstlerische Schaffen bedeutete. Auf diese Zusammenhänge wird in vielen Beiträgen des Bandes eingegangen, insbesondere in denen, die sich mit der künstlerischen Be- und Verarbeitung der Kriege befassen." (Aus dem Vorwort) 

Die Texte befassen sich u.a. mit Werken von Autoren wie Arnold Zweig, Leonhard Frank, Apollinaire, Henri Barbusse, Ernst Bloch, Erich Fried, Heinrich Böll, Joseph Heller, Erich Maria Remarque.  

Mit Beiträgen von Jost Hermand, Wolfgang Beutin, Heiner Wittmann, Johan Dvorák, Grazyna Krupińska, Lorenz Gösta Beutin, Grazyna Barbara Szewczyk, Zbigniew Feliszewski, Gaby von Borstel, Peter Eickmeyer, Welf Schröter, Reiner Braun, Claudia Wörmann-Adam, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Paula Keller, Jörg Becker.  




Welf Schröter (Hg.) 

Identität in der Virtualität



Einblicke in neue Arbeitswelten und „Industrie 4.0“

Beiträge zum 60. Geburtstag eines Netzwerkers





344 Seiten, 39,00 Euro, Mössingen 2014, ISBN: 978-3-89376-155-5 

Immer mehr dringt die Informations- und Kommunikationstechnik in Beruf, Arbeitswelt, Familienleben, Bildung und Freizeit ein. Je mehr wir damit arbeiten, desto größer wird unser „Datenschatten“, unser Netzprofil. Wir sind gehalten, uns darum zu kümmern, was wie wo über uns im Netz verbreitet wird.

 

Die voranschreitende Digitalisierung und Virtualisierung der Arbeitswelten sowie die zunehmenden Vorbereitungen zur Umsetzung des Konzeptes „Industrie 4.0“ rücken die Frage nach der Rolle des Menschen und seiner Identität in das Zentrum einer gesellschaftlichen Modernisierungs-Kontroverse. Welche neuen Möglichkeiten eröffnet uns die „virtuelle Identität“, das „virtuelle Ich“, und welche Anforderungen stellt unser „biografisches Ich“? Welche Wechselbeziehungen entstehen? – Die Autorinnen und Autoren argumentieren aus ihren verschiedenen Disziplinen und Erfahrungen. Sie liefern einen Statusbericht zu den gegenwärtigen Entwicklungen.

 

Mit Beiträgen von Dirk Balfanz, Norbert Baumgarten, Andreas Boes, Bernd Donabauer, Christiane Eckardt, Silke Eilers, Anne Frommann, Mark Hefke, Helga E. Hörz, Herbert Hörz, Hansjörg Jäckel, Danilo Kardel, Johannes Katzan, Simone Kimpeler, Dieter Klumpp, Klaus Kornwachs, Constanze Kurz, Jan Marco Leimeister, Christof Leng, Michael Mörike, Sabine Pfeiffer, Mathias Richter, Jutta Rump, Welf Schröter, Michael Schwemmle, Ulf Stegemann, Karsten Wendland, Jürgen Werner, Gaby Wilms, Thomas Windgassen, Sophie Wrobel, Ulrike Zenke, Hans-Dieter Zimmermann.

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Eberhard Braun

Die Rose am Kreuz der Gegenwart

Ein Gang durch Hegels „Phänomenologie des Geistes“

Mit einer Einleitung von Matthias Mayer



Herausgegeben von Matthias Mayer, Christian Palmizi unter Mitarbeit von Irene Scherer








304 Seiten, 39,00 Euro, Mössingen 2014, ISBN 978-3-89376-161-6

 

Eberhard Braun (1941‒2006), Assistent von Ernst Bloch, hielt 1981/82 eine Vorlesung an der Universität Tübingen über Hegels „Phänomenologie des Geistes“. Mit dem Titel „Die Rose am Kreuz der Gegenwart“ wollte Braun später diese Hegel-Einführung veröffentlichen. Wegen seines frühen Todes kam es dazu leider nie.

Seine Einführung in die Hegelsche Philosophie zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus der Perspektive der Philosophie seines Lehrers Ernst Bloch entstand. Dennoch grenzt sie sich von dessen berühmtem Hegel-Buch „Subjekt‒Objekt“ deutlich ab, weist einen ganz eigenen Charakter auf. In Zeiten, da die Hegelinterpretation zu großen Teilen von der analytischen Philosophie dominiert wird, hat Eberhard Brauns Gang durch Hegels „Phänomenologie des Geistes“ Seltenheitswert.

„Philosophien, gerade die aus der Vergangenheit vorliegenden, sind nicht einfach wahr oder falsch in dem Sinn, dass wir sie entweder insgesamt akzeptieren oder verwerfen. Es kommt vielmehr darauf an, das in der Hülle einer vergangenen Gesamtkonzeption Angelegte aufzunehmen, zu verändern, fortzubilden. Dieses Verfahren hat Marx Kritik genannt. Kritik ist Aufheben, ein Tun, das zugleich negiert und bewahrt und hierin die Erkenntnis auf eine neue Stufe hebt.“ (Eberhard Braun)

„So verstanden, ist Hegel ihm [Braun] in erster Linie ein Philosoph der Geschichte, einer Geschichte, die uns zu einem guten Ende führt, wenn und weil wir sie zu einem guten Ende führen wollen.“ (Matthias Mayer) 

 

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg, Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen (Hg.):

Ortsbegehung

Erfahrungen und Ergebnisse zur lokalen Auseinandersetzung mit Shoah und Täterschaft

184 Seiten, Mössingen 2014, 20,00 Euro, ISBN 978-3-89376-160-9

Was geht in Jugendlichen vor, wenn sie erstmals Erinnerungsstätten und KZ-Denkmäler besuchen? Welche Vorbereitung und Begleitung sollten Schülerinnen und Schülern bei der Suche nach den Spuren der NS-Verbrechen erfahren? Wie können junge Menschen selbst aktiv sich die eigene verdeckte Stadtgeschichte erarbeiten?


Das neue Sachbuch "Ortsbegehung. Erfahrungen und Ergebnisse zur lokalen Auseinandersetzung mit Shoah und Täterschaft" aus dem Talheimer Verlag bietet Schulen, Lehrerinnen und Lehrern, Jugendguides und Betreuern wertvollen und praxisorientierten Rat. Praxiserfahrungen aus Brandenburg und Sachsen helfen auf diesem notwendigen und nicht ganz einfachen Weg. Der neu erschienene Band wurde herausgegeben von der "Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg" und "Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen".


Die Shoah stellt ohne jeden Zweifel eine einzigartige historische Erfahrung der Verfolgung und Vernichtung dar, die bis heute die Geschichte der gesamten Menschheit prägt. Jeder demokratischen Gesellschaft, die auf der Grundlage universalistischer Werte beruht, kommt die Aufgabe zu, das Gedenken an die Opfer der Shoah zu erhalten sowie aktive Aufklärungsarbeit zu leisten. Für die Bundesrepublik Deutschland spielt diese Aufgabe angesichts ihrer historischen Verantwortung eine zentrale Rolle. Die Aufklärung findet seit Jahren auf vielfältige Art und Weise statt.


Menschenfeindliche Einstellungen, Diskriminierungsverhalten, Antisemitismus reichen bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Der Erinnerungsarbeit in Verbindung mit Antidiskriminierungsarbeit kommt vor diesem gesellschaftspolitischen Hintergrund eine besondere Bedeutung zu. Der vorliegende Band ist das Ergebnis des Projektes "Ortsbegehung - Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft". Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren wurde in fünf Orten in Brandenburg und Sachsen an didaktischen Ansätzen gearbeitet, die es ermöglichen, mit Jugendlichen in der lokalen Geschichte die Spuren von Opfern und das Handeln von Tätern und Täterinnen des Nationalsozialismus zu erkunden.


Angesichts der aufgezeigten Problemlage müssen zeitgemäße Konzepte politisch-historischer Bildungsarbeit neue Wege der Wissensvermittlung gehen und dabei sehr unterschiedliche biografische Hintergründe und damit auch Wissensbestände junger Menschen in Deutschland einbeziehen. Neben biografischen Erzählungen und der wichtigen Opferperspektive muss die Rolle der Täter und Systematik der Vernichtung ergänzend in die Bildungsarbeit integriert werden. Deshalb knüpfte das Projekt "Ortsbegehung" an das Konzept "Historisches Lernen vor Ort" an. Ziel ist es über den persönlichen Bezug der Jugendlichen zu ihrem brandenburgischen oder sächsischem Heimatort auch ein Interesse und Bezug zur Geschichte des Ortes herzustellen.

 

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.)



„Wir müssen die Wahrheit über die barbarischen Zustände sagen“ 


Welt-Wirtschafts-Krisen und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und KulturÂ






Mit Beiträgen von Frank Bsirske, Elmar Altvater, Heiner Wittmann, Johan Dvorák, Claudia Wörmann-Adam, Olaf Walther, Harald Lützenkirchen, Wolfgang Beutin, Heidi Beutin, Herbert Schmidt, Erasmus Schöfer, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Jost Hermand, Christoph ButterweggeÂÂ





2014, 240 Seiten, 29,00 €, ISBN 978-3-89376-162-3ÂÂÂ









Literatur und Künste in Zeiten der Krise können nicht umhin, Stellung zu beziehen. Und so diskutieren wir über den Zusammenhang von Krise, Gesellschaft, Politik und Kultur, und über Werke (samt ihrer politischen Implikationen), welche Krisen reflektieren, und sie in Zusammenhang oder Kontrast bringen zu den Produktionen der Krise der 1930er. Wir wollen damit einen kulturellen und politischen Beitrag leisten zur kritischen Auseinandersetzung mit Krisenerscheinungen und den Konsequenzen für eine demokratische Kultur und Gesellschaft.“ (Die Herausgeber)

Die Texte befassen sich u.a. mit Werken von Autoren wie Pablo Neruda, Kurt Tucholsky, Kurt Hiller, Bernard de Mandeville, Hans Fallada, John Steinbeck, Petros Markaris, Hermann Broch.

Unsere Erzählung des demokratischen und sozialen Europas ist die der Freiheit, der Gleichheit und damit der sozialen Gerechtigkeit und der Solidarität. Es sind die Werte der Aufklärung und der Französischen Revolution. Es sind die Werte, die alle die leiteten, die in der ersten großen Weltwirtschaftskrise mutig dem Faschismus, der Ideologie der Ungleichheit, dem Rassismus und Antisemitismus widerstanden.“

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Frauengeschichtswerkstatt (Hg.)



Frauen gestalten Herrenberg 



Herrenbergerinnen des 20. Jahrhunderts Politik-Bildung-Kultur-Sport







Mit Beiträgen von Annemarie Gocke, Illja Widmann, Valentina Finckh,Claudia Nowak-Walz, Helen Schelling, Sara Dame sowie Thomas Sprißler und Birgit Kruckenberg-Link







2014, mit zahlreichen Abbildungen, 128 Seiten, 9,50 €, ISBN 978-3-89376-163-0





Welche Frauen haben die Geschicke Herrenbergs im 20. Jahrhundert geprägt und mitbestimmt und sind bis heute in der Erinnerung der Bevölkerung lebendig? In acht Beiträgen werden einzelne Frauen bzw. Frauengruppen vorgestellt, die in den Bereichen Politik, Bildung, Kultur und Sport tätig waren: als Gemeinderätin, Gründerin des Verbandes lediger Mütter“, Mitglieder einer Bürgerinitiative, Lehrerin, Geschäftsführerin der Volkshochschule, Leiterin der Stadtbibliothek, Heimatdichterin oder Turnerin. „Frauen gestalten Herrenberg“ ist ein Buch voller spannender Erzählungen über interessanter Frauen, die ihr Leben aktiv führten und so zu Vorbildern für nachfolgende Generationen wurden. Die Frauengeschichtswerkstatt Herrenberg ist seit 2004 ehrenamtlich tätig und erforscht das Leben und Arbeiten von Frauen am Ort. Dieser Band wurde unterstützt und gefördert von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt.


 

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.)

„Orient und Okzident – sind nicht mehr zu trennen“ – Vom Mythos Morgenland zur Wirklichkeit

Mit Beiträgen von Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Achim Bühl, Johann Dvořák, Jost Hermand, Mehmet Okyayuz, Grażyna Barbara Szewczyk, Imre Török, Gerhard Wagner und Claudia Wörmann-Adam

2013, 216 Seiten, Preis 29,00 €, Mössingen, ISBN 978-3-89376-152-4

Der Dichter des West-östlichen Divans, Johann Wolfgang von Goethe, kannte die mehrhundertjährige Geschichte der Beziehungen beider Welten. Seiner Ansicht nach würde eine göttliche Instanz beide gleichermaßen lieb haben: „Gottes ist der Orient! Gottes ist der Okzident!“ Wie anders erleben wir die deutsche Gegenwart?! Vorurteile, Ressentiments gegenüber als fremd erlebten Ansichten, Lebensweisen und religiösen Anschauungen sind leider alltägliche Erfahrungen. Wem ist heute noch bewusst, dass beispielsweise die Türkei fünfhundert Jahre lang ein ‚Einwanderungsland‘ für Europäer war, die vom Tode bedroht waren: unterdrückte Bauern, geächtete Protestanten und Juden sowie politisch Verfolgte. Angeblich ‚westliche‘ Werte wie Toleranz haben ihren Ursprung im Orient, was schon Goethe und Lessing wussten. Auch weitere bedeutende Einflüsse auf die westliche Zivilisation sind im Orient zu verorten.

„Wir wollen einen Beitrag leisten zum Verständnis verschiedener kultureller Identitäten, aber auch für das fruchtbare Miteinander, das das Leben und Denken zwischen Orient und Okzident hervorgebracht hat.“ (Aus dem Vorwort)

Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Schriftsteller (VS).

 

Irene Scherer, Welf Schröter, Klaus Ferstl (Hg.)

Artur und Felix Löwenstein – Würdigung der Gründer der Textilfirma Pausa und geschichtliche Zusammenhänge

Mit Beiträgen von Doris Angel, Harold Livingston, Ronnie Jacob, Roger L. Lustig, Sandra H. Lustig, Jan Robert Bloch, Reinhold Gall, Joachim Walter, Michael Bulander, Christoph Gögler, Sibylle Thelen, Oliver Schmid, Otto Belser, Joel Berger, Claudia Nowak-Walz, Rosemarie Vogt, Hans-Ernst Böttcher, Richard Scherer, Beate Schmeichel-Falkenberg, Hermann Berner, Klaus Ferstl, Irene Scherer und Welf Schröter.

2013, 396 Seiten, mit zahlreichen s/w und farbigen bislang unveröffentlichten Abbildungen, Preis 32,80 €, Mössingen ISBN 978-3-89376-150-0

Die Brüder Artur und Felix Löwenstein haben im Jahr 1919 das innovative Textildruckunternehmen Pausa gegründet. Im Jahr 1936 wurden sie als jüdische Unternehmer und enge Produktionspartner des Bauhauses von Nationalsozialisten enteignet und aus der schwäbischen Stadt Mössingen vertrieben. Sie flohen mit ihren Familien nach England.

Das Buch führt mit seiner Spurensuche auch in die zwanziger und dreißiger Jahre. Sie überraschen uns mit der Erfolgsgeschichte eines hochmodernen und innovativen Unternehmens – der 1919 in Mössingen gegründeten Mechanischen Weberei Pausa (später Pausa AG) – und dessen anregenden Verflechtungen und Netzwerkverbindungen mit dem ebenfalls 1919 begonnenen Bauhaus in Weimar und Dessau. Sie machen uns vertraut mit drei Bauhausschülerinnen aus Dessau, die zeitweise in der Pausa kreativ tätig waren: Ljuba Monastirskaja, Lisbeth Oestreicher und Friedl Dicker.

Der reichlich bebilderte Band enthält auch Beiträge der Familie Löwenstein. Er beschreibt zudem die Wiederkehr und die bürgerschaftliche Arbeit der Aussöhnung.

 

 

Mössingen, 20,00 Euro, ISBN 978-3-89376-160-9